SANTOS MORTE: Das Unternehmen aus der Sicht seines Gründers (3. Teil)

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Innovation im Aufwind

Bald wurden die ersten FuE Projekte in Angriff genommen, insbesondere diejenigen, bei denen es um die Verschleißfestigkeit der einzelnen Materialien ging. 1999 wurden die ersten Schritte hin zum Export unternommen, das Unternehmen nahm an Messen, Kongressen und Tagungen teil, wobei festgestellt wurde, dass MORTE bezüglich Qualität, Preis, Design und Wirtschaftlichkeit mit jedwedem Konkurrenzunternehmen in den ausländischen Märkten mithalten konnte.

Santos erzählt, dass es bis zu diesem Zeitpunkt bei MORTE keine Vertriebsabteilung gab, da die Bestellungen aufgrund des zunehmenden Prestiges des Unternehmens durch Mundpropaganda eingingen.

1999 wurde das TM-EF Mundstück hergestellt und patentiert, das mit einem innovativen Kernhalterbefestigungssystem ausgestattet und dem Markt damit fast 18 Jahre voraus war.

Dieses Mundstück, das heute noch fast unverändert, mit nur wenigen Verbesserungen am Anfangsmodell hergestellt wird, öffnete die Tore zu den ausländischen Märkten und stellte einen neuen Wendepunkt für das Wachstum des Unternehmens und dessen betriebliche Struktur dar.

Angesichts der drohenden Immobilienkrise in Spanien, die dann doch erst Jahre später kam, wurde die Notwendigkeit ersichtlich, sich neuen Märkten zu öffnen, und so wurde beschlossen, die auf Qualitätsverbesserung und Strangpressprozesse abzielenden FuE- und Innovationsprojekte zu unterstützen.

Im Jahr 2002 mussten neue Industriehallen gemietet werden, um die neuen Maschinen unterzubringen. Und 2004 zog MORTE dann in die heutigen Einrichtungen um.

Gerade zu diesem Zeitpunkt wurde Santos Morte klar, wie wichtig es war, Verantwortung an seine Söhne abzugeben, an die er verantwortungsvolle Tätigkeiten vergab und mit denen er nicht immer einer Meinung war. Langsam wurde ihm bewusst, dass er zwar die Arbeit delegierte, aber nicht die Verantwortung, und dabei waren es doch seine Söhne, die die Zukunft von MORTE bestimmen würden. So kam es dann zu einem allmählichen Wandel in der Unternehmensleitung.

Nach und nach wandelte sich die Betriebsstruktur con MORTE, um sich an die neue Realität anzupassen: eine neue FuE- und Innovationsabteilung, Aufbau einer Vertriebsabteilung, Einstellen neuer Führungskräfte in den einzelnen Abteilungen des Unternehmens… Santos Mortes Traum wurde erwachsen… aber MORTE ging beinahe am eigenen Erfolg zugrunde, so dass es nötig wurde, den Managementprozess zu ändern.

Wenn Santos daran zurückdenkt, ist er stolz auf die damals getroffene Entscheidung. Er ist sicher, dass er richtig gehandelt hat und dass eine große Zukunft vor MORTE lag.

Seine Frau Esperanza, die er für das intelligenteste Familienmitglied hält, machte ihn darauf aufmerksam, dass ein Unternehmen wie ein eigenes Kind ist: Am Anfang, während der Schwangerschaft, muss man regelmäßig zum Arzt gehen, um zu erfahren, wie es dem Baby geht. Wenn es geboren wird, dreht sich alles um das Baby. Am Anfang ganz intensiv und wenn es dann gehen lernt, alleine isst, schläft und sich selber wäscht, allmählich weniger… irgendwann geht es alleine zur Schule, wo es lernt und Beziehungen knüpft…

Gute und schlechte Tage wechseln sich ab, bis das Kind, das man viele Jahre lang großgezogen hat, seinen Universitätsabschluss macht und man es seinen eigenen Weg gehen lassen muss.

Santos ist besonders stolz auf seine Kinder, sein Unternehmen und darauf, dass er es geschafft hat, sich rechtzeitig aus dem Unternehmen zurückzuziehen.

 

MORTE dringt auf die ausländischen Märkte vor

In den Jahren 2006 und 2007 begann ein exportorientierter Expansionsprozess, der das Platzen der Immobilienblase in Spanien zwei Jahre im Voraus vorhersah. Zunächst wurden Marktstudien durchgeführt, die Konkurrenzunternehmen analysiert, um deren Stärken und Schwachpunkte zu identifizieren sowie Kunden und Ingenieurbüros besucht, um deren Bedürfnisse kennen zu lernen. Santos wurde schnell klar, dass sein Unternehmen, wie schon damals bei dem Mundstück für Thermoton-Blöcke, problemlos erfolgreich auf den anspruchvollsten Märkten mithalten konnte.

2006 trat Cristobal in die Vertriebsabteilung ein und zwar nicht, wie Santos Morte unterstreicht, um mehr zu verkaufen, sondern um die Kunden zu betreuen und besser auf ihre Bedürfnisse einzugehen.

2007 führte Marcos Morte ein ERP und PLM System ein, um das Unternehmen zu managen und stellt mehr Mitarbeiter in den Design-, Verwaltungs- und Qualitätssicherungsabteilungen ein.

2009 begann ein internationaler Expansionsprozess auf der soliden Grundlage einer Unternehmensphilosophie, die sich auf Qualitätsverpflichtung, ständige Innovation und Kundendienst stützt.

2010 geht Santos Morte in den Ruhestand und lässt seine drei Kinder Marcos, Raúl und Talleres Morte auf einem gemeinsamen Weg zurück; so verlässt er den einstigen Traum von einer kleinen Handwerkerwerkstatt, die zu einem großen Unternehmen wurde, und alles dank der Arbeit, dem Durchhaltevermögen und der Mühe eines kleinen Jungen, der gerne Zahlen mochte, der aber vor allem lernbegierig war und sich tagtäglich neuen Herausforderungen stellte und da Lösungen entdeckte, wo andere sie nicht sahen.

 

 

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