Wir sind Morte. José Antonio Alfaro Pérez

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Schweißleitung

 

An jenem Karfreitag im Jahr 1976 stand José Antonio mit ein paar Freunden in der Kneipe, als ihm jemand eine Hand auf die Schulter legte.

Er drehte sich um und sah Santos Morte vor sich, der ihm direkt in die Augen schaute und sagte:

„Am Montag kommst du arbeiten“… Und so stand er am 21. April 1976 mit 16 Jahren vor der Tür- sein erster Arbeitstag in der Firma, in der er nun seit über 40 Jahren arbeitet. Und es liegen noch einige vor ihm!

José Antonio hat alle möglichen Arbeiten ausgeführt, vom Abschleifen der Stäbchen von Hand über Kernformatierung, Verwendung von Schnellhoblern, Handbohrmaschine und Handsäge bis hin zu Schmiedearbeiten; vier Werkstätten und unendliche viele Erlebnisse in all den Jahren, die er bei MORTE arbeitet.

Besonders stolz ist er darauf, dass er der erste Arbeiter war, der bei MORTE einen Vertrag bekam und er kann sich noch genau an den Tag erinnern, an dem er in der Werkstatt ankam und keiner da war… Damals führte er einfach die geplanten Arbeiten durch, bis ihn Santos irgendwann am Vormittag anrief, um ihm mitzuteilen, dass die Familie gewachsen sei, weil Raúl, sein zweitältester Sohn, auf die Welt gekommen sei.

Und wie er so schön sagt, früher war das hier eine Werkstatt, aber jetzt ist ein Unternehmen! Früher haben sie alles selbst gemacht, Santos das Design und die Montage und er die einzelnen Teile. Und alles wurde in bester Handwerkstradition von Hand überarbeitet. Heutzutage ist alles mechanisiert, aber trotzdem ist das familiäre Ambiente erhalten geblieben, das Santos, die Seele des Unternehmens, geprägt hat, denn alle sind immer noch eine große Familie.

Jose Antonio ist Leiter der Schweißabteilung. Das Schweißen hat er ganz von selbst bei Santos gelernt, und man sieht es ihm an, dass ihm seine Arbeit Spaß macht. Wenn er schweißt, vergisst er alles um sich herum. Durch die Schutzbrille sieht er, wie das Metall schmilzt. Und dabei gibt es Unterschiede, je nachdem, ob man zum Beispiel Eisen oder Stahl schweißt. Mit Faden schweißen ist es etwas ganz anderes als Lichtbogenschweißen… Jede Methode verlangt ihre eigene Technik und ist komplex, aber die MORTE Mundstücke müssen immer die widerstandsfähigsten sein und das bringt eine Verantwortung mit sich, die er gerne auf sich nimmt. Das ist schließlich sein Job.

In seiner Freizeit spielt er gerne „Frontenis“ (ein dem baskischen „Pelota“ ähnliches Rückschlagspiel) und da er Linkshänder ist, ist er dabei im Vorteil (und das weiß er auch ganz genau!). Und so stehen in seinen Vitrinen zuhause über 30 Pokale der Wettkämpfe, an denen er in La Rioja teilgenommen hat. Aber seine Leidenschaft ist das Wandern, und wenn ein paar Freunde mitgehen und Pilze gesammelt werden, kann es nicht mehr besser werden.

Die Leidenschaft fürs Pilze sammeln hat ihm sein Bruder eingeimpft, als er klein war und er sammelt nur die Sorten, die er kennt, obwohl er der Meinung ist, „dass man alle Pilze mindestens einmal essen kann“. Beim Pilze sammeln machen ihm der gemeinsame Imbiss und das viele Lachen mit den Freunden am meisten Spaß. Beim Wandern vergisst er die Welt, kann aufatmen…

In letzter Zeit hat man ihn öfter auf die Rente angesprochen. So langsam muss er sich darauf einstellen, denn er ist ja schließlich schon 57. Eins steht fest, wenn er in Rente ist, wird er weiter sein geliebtes Frontenis spielen, wandern und Pilze sammeln… Und plötzlich schweift sein Blick ab, als ob ihm plötzlich etwas eingefallen sei und er sagt leise zu sich selbst: „Wenn ich Santos frage, darf ich ja vielleicht ab und zu noch mal schweißen kommen…“.

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