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SANTOS MORTE: Das Unternehmen aus der Sicht seines Gründers (1. Teil)

  |   2017, Entrevista, Somos Morte   |   No comment

Santos, das Kind

Santos sieht sich als rastlosen und unternehmungslustigen Durchschnittsmenschen an. Schon von klein auf war er wissbegierig, wollte lernen und da Lösungen finden, wo andere keine sahen.

Wenn er eine Angelegenheit für wichtig hält, dann bringt er sich zu 200% ein.

Santos ist das neunte von 10 Kindern und kommt aus einfachen Verhältnissen. Er ging früh zur Schule und kann sich noch gut darin erinnern, wieviel Freude ihm das Lernen bereitete. Die Schule öffnete ihm die Augen und erweiterte seinen Horizont und so hat er, wie er sagt, nie aufgehört zu lernen.

Er erinnert sich noch gut an die Fuhrwerkwerkstatt seines Vaters in Pradejón, die ihm die Welt des Eisens näher brachte. Schon mit 8 oder 9 Jahren zeigte er großes Interesse an dieser Handwerksarbeit. Für den kleinen Santos war der Bau eines Fuhrwerks ein echtes Kunstwerk.

Bei seinem Vater hat er eine Maxime entdeckt, der er ein Leben lang treu geblieben ist:
“Man muss tun, was einem gefällt … und es gut tun”.

Ein Satz, der seinen leidenschaftlichen Charakter und seinen Perfektionismus bei der Arbeit widerspiegelt.

Santos ging mit 14 Jahren von der Schule ab und lernte Buchhaltung an einer kaufmännischen Privatschule in Calahorra, wo er jeden Tag eine Stunde Unterricht hatte. Für Zahlen war er hochbegabt.

 

Die Anfänge

Mit 15 Jahren begann er in der Werkstatt seines Bruders, einem hochqualifizierten Handwerker, zu arbeiten, um “ihm die Bücher zu führen”.

Und eines Tages im Jahr 1961 ging Santos in die Werkstatt runter, in der gerade mit dem Bau eines ersten Mundstücks für Cerámica Izquierdo, einem Unternehmen aus der Region, begonnen wurde.

Und so entdeckte Santos ein neues Produkt, für das er große Zukunftschancen sah, denn damals gab es noch keine Firmen, die auf die Fertigung dieser Art von Produkten spezialisiert waren.

Am besten gefiel ihm dabei, dass jedes Mundstück anders war und man bei jedem einzelnen dazulernen konnte…

Denn zuerst musste man es zeichnen, es dann entwerfen und ausprobieren… und oft ging es dabei kaputt. Dann musste man herausfinden, was das Problem war, dazulernen und wieder von neuem beginnen (heute wird dieses System Design Thinking genannt). Das war Santos Motivation: den Grund herauszufinden… Lösungen zu finden, den Verwendungszweck zu erfahren… Oder wie er selbst sagt, den Sinn hinter der Arbeit herausfinden.

Santos arbeitete 14 Jahre lang mit seinem Bruder Ricardo zusammen und in dieser Zeit entdeckte er zwei Dinge, die entscheidend für seine Zukunft sein sollten.

In den Jahren 63-64 wurde das erste Mundstück mit Doppelhohlraum mit drei Ausgängen in ein automatisches System eingebaut.

Aber bei jeder Testfahrt zerbrachen die Ziegel. Am Karfreitag um 8 Uhr morgens stand Santos beim Kunden vor der Tür. Stundenlang schaute er, suchte, untersuchte, bis er schließlich herausfand, dass die Luft nicht zwischen den Ziegeln zirkulierte. Und so marschierte er schnurstracks in die Werkstatt und verbrachte den Rest des Tages und die ganze Nacht damit, von Hand Zeichnungen anzufertigen, Lösungen zu suchen und Papierprototypen zu bauen.

Am nächsten Tag stellte er Klingen her, mit denen man die Ziegel einschneiden und damit die Luftzirkulation ermöglichen konnte. Er brachte sie an und … Heureka!! Die Ziegel zerbrachen nicht mehr.

Dieses Raspeln stellte außerdem die Lösung für den Auswurf von Flachziegeln dar. Denn mit diesem neuen System klebten die mit den Mundstücken von Morte gefertigten Ziegel nicht mehr aneinander, während dies bei der Konkurrenz wohl der Fall war.

 

Die Entdeckung des Innenstahlmantels

Als Santos um die 20 Jahre alt war, kam ein Kunde aus Orense, der ein großes Problem hatte: die von ihm hergestellten Mundstücke hatten aufgrund des hohen Abriebs des von ihm für die Herstellung seiner Ziegel verwendeten Tons nur eine geringe Lebensdauer.

Santos arbeitete so lange daran, bis er die Lösung gefunden hatte: die inneren Platten mit Stahl auszukleiden. Ein Mundstück mit Innenstahlmantel zu entwickeln war in der damaligen Zeit, als es noch wenige Werkzeuge gab, eine echte Herausforderung.

In den 14 Jahren, in denen er mit seinem Bruder zusammenarbeitete, stellte jedes von ihm gefertigte Mundstück einen Lernprozess dar.

 

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